Parodontitis gehört zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt – und bleibt oft lange unbemerkt.
Was ist Parodontitis?
In erster Linie ist sie eine bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats, also des Gewebes und Knochens, die den Zahn im Kiefer verankern. Bleibt sie unbehandelt, greift die Entzündung vom Zahnfleisch auf den Kieferknochen über: Der Knochen zieht sich zurück, es bilden sich tiefe Zahnfleischtaschen, und im fortgeschrittenen Stadium lockern sich die Zähne und können verloren gehen.
Warnzeichen
Zahnfleischbluten, Mundgeruch, zurückgehendes Zahnfleisch oder gelockerte Zähne. Lassen Sie das frühzeitig abklären – je eher, desto besser.
Nicht nur ein Problem im Mund – auch fürs Herz
Parodontitis wirkt sich nicht nur auf die Zähne aus. Die verantwortlichen Bakterien und Entzündungsstoffe gelangen über das entzündete Zahnfleisch in den Blutkreislauf. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Betroffene haben ein erhöhtes Risiko für Gefäßverkalkung (Arteriosklerose), Herzinfarkt und Schlaganfall. Ein gemeinsamer Konsensbericht der Europäischen Gesellschaft für Parodontologie und der World Heart Federation sowie eine wissenschaftliche Stellungnahme der American Heart Association bestätigen diese Verbindung. Ob die Parodontitis diese Erkrankungen direkt verursacht, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt – der Zusammenhang ist jedoch gut belegt. Umso wichtiger ist es, eine Parodontitis frühzeitig zu behandeln.
Die gute Nachricht: Parodontitis ist behandelbar.
Mit einer systematischen Reinigung der Zahnfleischtaschen und einer regelmäßigen Nachsorge lässt sich die Entzündung stoppen und der Zahnhalteapparat stabilisieren – gut für Ihre Zähne und für Ihre allgemeine Gesundheit.
Konventionelle Therapie
Die weichen und harten bakterienhaltigen Beläge, die sich unterhalb des Zahnfleisches abgelagert haben, sind die Ursache für die Entstehung einer Parodontitis. Bei der konventionellen Parodontitistherapie werden diese gründlich entfernt, so dass das Zahnfleisch wieder heilen kann. Um eine maximale Bakterienverringerung zu erzielen, werden zusätzlich desinfizierende Spüllösungen eingesetzt. Weiterhin besteht die Möglichkeit, die Therapie mit Hilfe eines Lasers zu optimieren. Damit Sie von all dem nichts merken, erhalten Sie zur Behandlung natürlich eine schonende Betäubung.
Schienentherapie zur Desinfektion des kompletten Mundes
Ist es zu einer stärker ausgeprägten Parodontitis gekommen, werden zusätzlich zur konventionellen Therapie Schienen eingesetzt. Diese werden mit speziellen Gels beschickt, um genau dort, wo es erforderlich ist, zur Verringerung der Bakteriendichte zu führen. Diese Schienen werden pro Tag 15 Minuten getragen.
Biofilm-Management
Eine Parodontitis ist eine chronische Erkrankung, die zeitlebens kontrolliert werden muss. Nach erfolgter Therapie, welche die akute Entzündung beseitigt, spielt die Erhaltung des Zustandes die allergrößte Rolle, um eine Neubesiedelung der entstandenen Defekte mit den schädlichen Bakterien zu verhindern. Zu diesem Zweck sollten je nach Schweregrad und individueller Einschätzung die professionellen Zahnreinigungen 2–4 mal jährlich erfolgen.
Chirurgische Maßnahmen
In gewissen Fällen kann eine operative Darstellung der Defekte nötig sein, um eine gründliche Reinigung innerhalb der Parodontitistherapie zu ermöglichen. Heute kommen diese Maßnahmen allerdings nur noch selten zur Anwendung. In ausgewählten Fällen kann auch verloren gegangener Knochen wieder regeneriert werden.
Wissenschaftliche Quellen